Gabriela M. Benz, General Manager, Le Méridien, Wien
“Vor allem unsere Konferenz- und Wochenendgäste erleben die Sonntage als ‘tote Zeit’, die sie gerne zum Einkaufen verwenden würden. Die vielen Anfragen etwa von Designern und Modemachern, die sich sonntags bei uns im Hotel für Verkaufsausstellungen einmieten wollen, zeigen, dass innovative Händler diese Chance durchaus auch erkennen. Wien bietet einen einmaligen Mix aus Kultur, Unterhaltung und Shopping – nur leider nicht am Sonntag. Die Sonntagsöffnung in der Wiener Innenstadt wäre eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten.”
Michael Csango, Geschäftsführer Caffè Delia’s, Wien
“Die Wiener Politik hat anscheinend nicht erkannt, dass die quasi Jahrzehntelange Monopolstellung Wiens als Touristenattraktion für Japaner, Amerikaner und Westeuropäer für den Raum Ost-Österreich und Umgebung schon seit geraumer Zeit vorbei ist und Städte wie z.B. Prag seit einigen Jahren stark aufholen. Z.B. in Prag finden Touristen in der Innenstadt auch im Februar attraktive schöne geöffnete Gastgärten und sonntags geöffnete Geschäfte. Wohin also wird sich die Kaufkraft wenden?”
Daniela Enzi, Prokuristin MuseumsQuartier Wien
“Mehr Zeit zum Einkaufen, das wünsche ich mir. Als beruftätige Mutter bleibt kaum unter der Woche Zeit fürs einkaufen. Der offene Sonntag soll all jenen zu Gute kommen, die durch Beruf und Familie unter der Woche unter Zeitdruck kommen.”
Ernst Fischer, Fisher’s in Fashion, Unternehmer, Wien
Der Wiener Geschäftsmann engagierte sich bereits im Advent und jetzt als Initiator für das Offenhalten dürfen am Sonntag:
“Ich sehe es als eine Verpflichtung für Unternehmer, ihre Geschäfte am Sonntag aufzusperren, wenn es Touristen und Kunden wünschen.”
Dkfm. Elisabeth Gürtler, Hotel Sacher, Wien/Salzburg
“Gerade in Wien ist Shopping für Touristen enorm wichtig. Im Urlaub sitzt die Geldbörse lockerer – wenn wir nicht offen halten, verlieren wir ein Vermögen. Die unheilige Allianz aus Kirche, Gewerkschaft und Wirtschaftskammer müssen wir durchbrechen.”
Gemeinderat Mag. Christian Kogler, Liberales Innsbruck
Wohl einen Versuch wert und eine Chance für Alle! Liberale Öffnungszeiten, wie sie in vielen Tourismusorten (und auch in anderen Ländern) schon längst selbstverständlich, sind, sollte man auch bei uns zumindest einmal tolerieren. Geht es dabei doch in erster Linie um Erfüllung von Kundenwünschen bei gleichzeitig rigorosen Arbeitnehmerschutz der Mitarbeiter. Und so sollte es jedem Geschäftsmann frei gestellt werden, ob er dabei eine Chance sieht, die sich auch rechnet. Möglicherweise tut sich für so manchen innovativen Familienbetrieb sogar eine interessante Nische auf, die ihm an Werktagen gar nicht in den Sinn gekommen wäre. Daher sind liberale Öffnungszeiten wenigstens einen Versuch wert. Und wenn’s nichts bringt, wird man es ja ohnedies wieder bleiben lassen.
Gottfried Krasser, Geschäftsführer Cantinetta Antinori und Proccaci, Wien
“Wien ist eine Weltstadt. Ein entsprechendes Dienstleistungsservice sollte auch am Sonntag für die täglich 160.000 Innenstadt-Besucher kein Thema mehr sein.”
Marika Lichter, Sängerin und Dancing-Star, Wien
“Wien ist eine Kulturstadt und zieht jährlich Millionen von Touristen an. Zumindest in den Straßen mit hoher Frequenz sollte es daher an bestimmten Sonntagen möglich sein, die Geschäfte zu öffnen.”
Richard Lugner, Unternehmer, Wien
“Derzeit ist Samstag der einzige Einkaufstag, wo eventuell die ganze Familie einkaufen kann, dass aber nur bis 18 Uhr und da herrscht extremer Stress, weil alle Ihrer Freizeit nutzen wollen – bei einem offenen Sonntag würde sich viel verlagern. Auch die Wochenendtouristen sind klassische Shopper, auf die man nicht verzichten sollte. Deshalb bin ich für eine Sonntagsöffnung, wie diese in den Nachbarländern Tschechien, Slowakei und Ungarn gehandhabt wird.”
Peter Peer, Präsident der Österreichischen Hoteliervereinigung, Wien
Die ÖHV engagiert sich seit Jahren für die Errichtung einer Tourismus-Zone in Wien.
“In Wien drücken sich unsere Gäste am Sonntag ihre Nasen an den Schaufenstern platt. Es scheint, dass der Handel hier mit Gewalt rund 26,5 Millionen Euro zusätzlichen Umsatz auf der Strasse liegen lässt. Denn soviel Geld würden Touristen im Jahr ausgeben, wenn sie die Möglichkeit hätten, am Sonntag einzukaufen.”
Harald Reichl, Naturwaren Reichl, Wien
“Der Spittelberg ist bekannt für seinen stimmungsvollen Adventmarkt. Wir sind ein kleiner Familienbetrieb mitten im Gebiet des Aventmarktes und möchten unser Geschäft während dieser Zeit auch am Sonntag offen halten dürfen. Daher unterstütze ich die Ziele der Allianz Offenhaltendürfen.at! Was für die Geschäfte des nahegelegenen Museumsquartiers gilt, soll auch für den Spittelberg gelten.”
Thomas Reisenzahn, Generalsekretär der Österreichischen Hoteliervereinigung, Wien
“Die geschlossenen Geschäfte am Sonntag sind europaweit Unikate, die den Wochenendtourismus bremsen, dass es schon sehr laut quietscht. Schade, dass die Regierung diese Chance nicht sieht, diese Bremsen zu lösen.”
Michaela Reitterer, ÖHV-Landesvorsitzende Wien, Boutiquehotel Stadthalle, Wien
“Es ist schon sehr verwunderlich, dass Wien als DIE führende Tourismusdestination in Österreich gleichzeitig die einzige Stadt bzw. Region ist, in der es keine Tourismuszone gibt. Wenn wir es schaffen wollen, dass sich Wien als internationale Weltstadt präsentiert, brauchen wir offene Geschäfte auch an Sonntagen!”
Karin Resetarits, Europaabgeordnete in Brüssel und Wirtin in Wien
Flexible, lange Öffnungszeiten schaffen mehr Arbeitsplätze und höhere Umsätze. Das ist funktioniert in ganz Europa – warum also auch nicht bei uns?
Dr. Martin Schick, Schick Hotels Wien,
Wirtschaftskammer Wien, Fachgruppe Hotellerie
“Wien braucht, um international konkurrenzfähig zu sein, zumindest die Adventsonntage und weitere vier Aktionssonntage, damit wir Wien auch als Einkaufsstadt bewerben können. Dieses Standbein fehlt uns derzeit und Shopping-Tourismus ist nun mal ein Wochenenderlebnis.”
Thomas Singer, “Furla” und “Pitti”, Geschäftsführer, Wien
Der Geschäftsmann ließ bereits im Advent am Sonntag seine Geschäftstüren in Wien offen, was bei den Medien für große Aufregung sorgte.
“An den vier Sonntagen nicht einkaufen zu dürfen bedeutet viel Geld auf den Straßen liegen zu lassen.”
Veit Sorger, Präsident der Industriellenvereinigung, Wien
“Mehr Freiheit!
Ich setzte mich seit Jahren für mehr (Wahl-)Freiheit in Österreich ein. Dazu gehören auch großzügigere Ladenöffnungszeiten unter Beibehaltung der Sonntagsruhe am Sonntagvormittag. Die Industrie unterstützt daher die Ziele von offenhaltenduerfen.at und spricht sich für eine Aufhebung der derzeit gültigen Tagesrahmenzeiten – auf freiwilliger Basis – aus, sodass eine Flexibilisierung bei den Öffnungszeiten zwischen Sonntag 14 Uhr und Samstag 24 Uhr erreicht wird. Es soll den Unternehmerinnen und Unternehmern frei gestellt werden, wann sie in diesem Zeitband öffnen und wann nicht. Übrigens: Als internationaler Kongress-Platz und Touristen-Magnet benötigt die Wiener Innenstadt rasch und nicht nur für die Fußball-EM 2008 eine Tourismuszonen-Lösung.”
DI Friedrich Stickler, ÖFB Präsident, Wien
Wir sollten alles unternehmen, um die Fußball-EM 2008 in Österreich zu einem Erfolg zu machen. Wir werden uns als großartiger Gastgeber präsentieren. Dazu gehört, dass sich die Fans aus ganz Europa in Österreich wohl fühlen. Die Fußball-EM 2008 im eigenen Land ist auch ein enormer wirtschaftlicher Faktor. Das Offenhalten dürfen der Geschäfte in Wien und den anderen Host-City Städten Klagenfurt, Salzburg und Innsbruck am Sonntag sollte eine Frage der Nachfrage sein und die wird mit hunderttausenden Fans während der Fußball-EM 2008 garantiert groß sein.
Dr. Johannes Strohmayer, Geschäftsführer der
Euro Capital Partners
“Bei unseren Nachbarn in Deutschland, Italien, Ungarn oder in der Slowakei ist einkaufen am Sonntag kein Tabuthema mehr. Österreich sollte sich in dieser Frage etwas mutiger zeigen.”
Gexi und Anna Tostmann, Tostmann Trachten, Wien und Seewalchen
“Wir sind uns nicht ganz sicher, ob wir am Sonntag offen halten wollen, wir sind uns aber sicher, dass wir das selbst entscheiden müssen.
Das ganze Ladenöffnungsgesetz ist ein Anachronismus und gehört ersatzlos gestrichen.”
Ing. Walter Veit, ÖHV-Landesvorsitzender Salzburg, Hotel Enzian, Obertauern
“Salzburg braucht eine lebendige Altstadt! Nachdem rund um die Stadt ständig neue Einkaufszentren entstehen und diese boomen, wie der Europark, verbleiben nur mehr die Touristen als potenzielle Käufer für die Geschäfte der Altstadt. Gerade zur Festspielzeit und im Advent ist es unverantwortbar, dass die Altstadt geschlossen ist. Die internationalen Städtetouristen erwarten offene Geschäfte auch am Sonntag.”
Abg. NR Alexander Zach, Wien
Abg. NR Zach überreichte Nationalratspräsidentin Barbara Prammer im Dezember 2006 eine Bürgerintitative zur Sonntagsöffnung mit mehr als 500 Unterschriften.
“Liberale Öffnungszeiten gehören in unseren Nachbarländern mittlerweile zur Selbstverständlichkeit. Und der Internet-Handel wächst und wächst. Wie lange werden gerade die Gewerkschaften zuschauen, dass sich alles zusammen auf die Beschäftigten negativ auswirkt? Und wann wird die Wirtschaftskammer endlich von ihren Mitgliedern gezwungen, ihre alte Haltung durch eine neue zu ersetzen?”